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Niacin findet sich ubiquitär in der Natur, jedoch nur selten in der freien Form, sondern überwiegend in den gebundenen Formen. Die Säure ist vor allem in Pflanzen gebunden an Makromoleküle, v. a. Polysaccharide und Glykopeptide, zu finden. Das mit der Nahrung aufgenommene Niacin liegt meist in der gebundenen Form der Nukleotide vor. Diese werden zunächst unter Bildung von Nikotinamid, der wichtigsten zirkulierenden Niacinform, hydrolysiert. Niacin gehört nicht zu den essentiellen Mikronährstoffen, da es auch vom menschlichen Organismus aus der Aminosäure Tryptophan synthetisiert werden kann. Hierbei entsprechen ca. 60 mg der Aminosäure 1 mg Niacin. Für diese Synthese ist aber eine ausreichende Versorgung mit Folsäure, Riboflavin und Pyridoxin notwendig, da diese Verbindungen am Tryptophanstoffwechsel beteiligt sind. Die biologisch wirksamen Formen des Niacins sind die Nukleotide NAD und NADP. Zur Zeit sind ca. 200 Enzyme, sog. Dehydrogenasen bekannt, die diese Nukleotide als Coenzyme nutzen. Durch sie werden die meisten Wasserstoff-Transfer-Reaktionen |
![]() im Stoffwechsel katalysiert und sie nehmen damit an Synthese und Abbau von Kohlenhydraten, Fettsäuren und Aminosäuren teil. Während NADH, die reduzierte Form des NAD, den Wasserstoff und damit Elektronen in die Atmungs- kette, den wichtigsten Stoffwechselweg zur Energiekonservierung der Zelle, einschleust, wird der Wasserstoff des NADPH v. a. für Synthesen genutzt. Als Bestandteil des NAD, dem wichtigsten Elektronencarrier zwischen Citratzyklus und der mitochondrialen Atmungskette schafft es die Voraussetzungen für eine ausreichende Energie- versorgung der Zelle und gewährleistet gleichzeitig einen Schutz vor einer übermäßigen Produktion von Sauerstoffradikalen. Niacin ist in verschiedenen metabolischen Reaktionen der Zelle in ähnlicher Art und Weise wie Riboflavin involviert. Die reduzierte Form der Nucleotide NADH und NADPH besitzen aufgrund ihrer Eigenschaft zur Reaktion mit Oxidantien direkte antioxidative Funktionen. Gleichzeitig sind sie aber auch in der Lage andere wichtige Antioxidantien wie Ascorbinsäure und Glutathion in einem reduzierten Zustand zu halten. |
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